In einem charmanten Dorf, umgeben von grünen Bergen und blühenden Wiesen, lebte eine schwarze Katze, die wie ein Schatten zwischen den Häusern huschte. Obwohl das Herz der Katze aus Gold war, sahen die abergläubischen Dorfbewohner sie als Vorboten des Unglücks und nahmen sie nie in ihre Gemeinschaft auf.

Ein Mann zum Beispiel schaute nur aus dem Fenster, sah die Katze und beschloss sofort, zu Hause zu bleiben, denn wer weiß, welches Unglück ihm passieren könnte, wenn er hinausging. Eine Braut, die gerade zu ihrer Hochzeit eilte, sah die Katze und sagte die Zeremonie sofort ab. An der Tür des Dorfmetzgers warf die Katze sehnsüchtige Blicke auf die Köstlichkeiten im Schaufenster, aber der Metzger jagte sie immer mit seinem Besen davon.

Zuflucht fand die Katze nur in dem hohen Baum am Rande des Dorfes, von dem sie eine weite Sicht hatte. Jeden Tag floh sie dort vor den Menschen, aber von dort aus beobachtete sie sie immer noch und sehnte sich danach, akzeptiert zu werden.
Eines Tages ergriff große Angst das Dorf. Der Sohn des Bürgermeisters war weggelaufen. Die Leute suchten überall, aber der Junge war nirgendwo zu finden. Nur vom hohen Baum aus konnte man sehen, dass der Junge im Wald außerhalb des Dorfes am Rande eines gefährlichen Abgrunds wanderte.

Die schwarze Katze, die alles sah, sprang ohne Zögern vom Baum und rannte so schnell sie konnte. Sie rannte durch die Felder, sprang über den Bach und erreichte den Jungen, bevor er in Schwierigkeiten geraten konnte. Sie nahm ihn sanft am Mantel und führte ihn zurück ins Dorf, direkt in die Arme des Bürgermeisters.

Als die Dorfbewohner den Mut und die Freundlichkeit der Katze sahen, begriffen sie endlich, dass sie sich geirrt hatten. Der Bürgermeister dankte der Katze und versprach, sich um sie zu kümmern. Der ehemals schüchterne Mann blieb nun jeden Morgen stehen, um sie auf dem Weg zur Arbeit zu streicheln. Die Braut nahm sie mit zur neu angesetzten Zeremonie. Und der Metzger wartete jeden Morgen mit den köstlichsten Bissen auf sie.
So wurde die schwarze Katze, die einst ausgestoßen war, zum Helden des Dorfes. Sie zog beim Bürgermeister ein, wo sie in Wohlstand lebte, aber vor allem in Liebe und Akzeptanz. Die Menschen lernten, dass sie andere nicht allein nach ihrem Aussehen beurteilen sollten.
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